Rechtlicher Showdown in Frankreich: Polymarket klagt gegen Website-Blockade durch die ANJ
Nachdem die französische Regulierungsbehörde ANJ die Sperrung von Polymarket angeordnet hat, zieht die Plattform nun vor Gericht. Der Streit entzündet sich an der Frage, ob Informationsangebote von einer regulatorischen Blockade betroffen sein dürfen, obwohl der Handelsbetrieb bereits eingestellt wurde.
Hintergrund des Konflikts
Die französische Glücksspielbehörde Autorité nationale des jeux (ANJ) hat im Juli 2026 die Internetdienstanbieter (ISPs) angewiesen, den Zugriff auf die Prognoseplattform Polymarket zu unterbinden. Dieser Schritt erfolgte, nachdem die Behörde feststellte, dass die Plattform trotz eines bereits im November 2024 verhängten Handelsstopps für französische Nutzer weiterhin monatlich rund 205.000 Besucher aus Frankreich verzeichnete.
Die Argumentation von Polymarket
Polymarket hat nun offiziell rechtliche Schritte gegen diese Anordnung eingeleitet. Das Unternehmen argumentiert, dass die Sperrung unverhältnismäßig sei, da die Plattform den eigentlichen Handelsbetrieb für französische Nutzer bereits seit Ende 2024 vollständig deaktiviert habe. Die verbleibenden Zugriffe seien primär informativer Natur. Die Klage zielt darauf ab, die regulatorische Blockade aufzuheben, da sie den Zugang zu Informationen einschränke, die über den reinen Glücksspiel- oder Wettbetrieb hinausgehen.
Bedeutung für die Branche
Dieser Fall unterstreicht die zunehmende regulatorische Spannung in Europa, insbesondere im Bereich der sogenannten Prediction Markets. Während Regulierungsbehörden wie die ANJ versuchen, den Zugang zu nicht lizenzierten oder grenzwertigen Plattformen strikt zu unterbinden, sehen sich Betreiber mit der Herausforderung konfrontiert, zwischen reinem Informationsangebot und regulierungspflichtigen Wettaktivitäten zu unterscheiden. Für Nutzer und Betreiber in der iGaming-Branche ist dieser Rechtsstreit ein wichtiges Signal, wie streng nationale Behörden gegen Plattformen vorgehen, die eine hohe Reichweite erzielen, selbst wenn der direkte Wettbetrieb bereits eingeschränkt wurde.
Fazit
Der Ausgang des Verfahrens könnte weitreichende Folgen für die regulatorische Praxis in Frankreich und darüber hinaus haben. Es bleibt abzuwarten, wie das Gericht die Abgrenzung zwischen einer Informationsplattform und einer Glücksspielseite bewertet. Für Spieler und Interessierte bleibt die Situation ein Beispiel für die Komplexität der grenzüberschreitenden Regulierung digitaler Angebote.
Quellen
- iGaming Daily News(27. Juli 2026)
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